...stark werden. Aus diesem Grund gibt es ausgiebige Kontakte auf Regierungsebene zwischen Japan und den einzelnen Ländern, um die gegenseitigen Standpunkte so gut wie möglich zu verstehen. Ärger, der sich aus dem Handel zwischen beiden Parteien ergibt sollte am besten auf Regierungsebene gelöst werden.
VDI-Nachrichten:
Könnte das nicht auch heißen,
daß ein weiter verstärkter Wettbewerb mit Hochpreisautos die Anzahl
der globalen Automobilhersteller - und da besonders der kleinen -
schrumpfen läßt?
Furuta:
Wir unternehmen Anstrengungen, bei
diesem Upgrading am Markt, entsprechende Fahrzeuge zu entwickeln.
Aber das muß nicht heißen, daß spezielle Unternehmen verschwinden
werden. Wahrscheinlich gehen wir in eine Richtung, in der sich
unterschiedliche Firmengruppen ausbilden. Ich denke, daß sich unter
dem Gesichtspunkt der Arbeitsteilung hier einiges tun wird...
VDI-Nachrichen:
... gibt es da Kontakte...
Furuta:
Was die Kontakte zu anderen
Automobilherstellern betrifft, weise ich darauf hin, daß als Ausdruck
einer globalen Zusammenarbeit jeder seinen Weg gehen wird und es kein
Geheimnis ist, daß wir enge Beziehungen zu Ford pflegen.
VDI-Nachrichten:
Welche Rolle spielt heute in
Ihren Überlegungen zum Markt Ostdeutschland und Osteuropa?
Furuta:
Wir beobachten die Situation dort mit
großem Interesse. Konkretes mit Zahlen läßt sich über diesen Markt
nur sehr schwer etwas sagen. Die von mir genannten Exporteinheiten
schließen denn auch diesen Bereich nicht mit ein. Derzeit sind wir in
den einzelnen Regionen, einschließlich Ostdeutschland, intensiv damit
beschäftigt, unser Händlernetz auszubauen und den Service
sicherzustellen. Fahrzeuge werden bereits dorthin verkauft; wir
planen, dies in Zukunft weiter auszubauen.
VDI-Nachrichten:
Neben Ford mit 25% hält auch
das einflußreiche große japanische Handelshaus Itoh rund 5% der
Kapitalanteile von Mazda Motors. Dieses alte Unternehmen hat gute
Kontakte in Osteuropa. Gibt es Überlegungen in der UdSSR ein Joint
Venture aufzubauen und nötige Hartwährungsimporte dadurch abzusichern,
daß Itoh im Gegengeschäft über den Rohstoffhandel den Divisenrückfluß
gewährleistet?
Furuta:
Mit der UdSSR hat Itoh Erfahrungen im
In- und Export; auch gibt es dort mit einigen Herstellern konkrete
gemeinsame Aktivitäten. Je nach Region werden wir auch enger mit Itoh
zusammenarbeiten. Aber im Falle der UdSSR denken wir nicht an die
Form eines Joint Venture. Wir haben 1990 nach Sibirien 210 Mazda 323
verkauft und wollen auf dieser Schiene weiter in der UdSSR tätig sein.
Aber eine direkte Verbindung in diesem Geschäft von Mazda und von Itoh
wird es nicht geben. Ebenso denken wir nicht an eine Joint Venture mit
dem Handelshaus.
Zur Zeit wird die Frage des Kraftstoffverbrauchs bzw. des Verbrauchs fossiler Energie intensiv diskutiert. Gründe dafür sind die begrenzten Erdölreserven, die Kohlendioxidfrage und das damit verbundene Klimaproblem, die Abhängigkeit von politischen Ereignissen und für viele Länder auch die Devisenbilanzsituation. Daher ist es nur natürlich, daß auch die Automobilindustrie gefordert ist, zur Kraftstoffeinsparung beizutragen.
Weltweit beträgt der Energieverbrauch im Kraftfahrzeugbereich (Pkw und Lkw) ca. 0,9 Mrd. t Erdöl pro Jahr. Zur Kohlendioxid(CO2)-Problematik trägt der Kraftfahrzeugbereich weltweit mit 14% bei. Trotz dieses relativ geringen Anteils wird die Automobilindustrie ihren Beitrag zur Reduktion des erdölabhängigen Verbrauchs leisten, zumal der prognostizierte Anstieg der Weltbevölkerung auf 6 bis 10 Mrd. Menschen die Probleme noch verschärfen wird. Welche Einsparungsmöglichkeiten ergeben sich also aus heutiger Sicht für die Automobilindustrie, den Automobilbenutzer und den Staat?
- Reduktion des Kraftstoffverbrauchs durch Maßnahmen an Kraftfahrzeugen (Betrieb, Herstellung und Recycling als Folgeprozeß der Herstellung).
- Vermeiden von unnötigen Fahrten (Verkehrsinformation, Reorganisation des Straßenverkehrs) und bewußt kraftstoffsparende Fahrweise.
- Verbesserung des Gesamtangebots von Verkehrssystemen (Park & Ride, öffentlicher Nahverkehr etc.).
- Einsatz von alternativen Primärenergien (Elektrizität und Wasserstoff aus nichtfossilen Quellen, nachwachsende Rohstoffe).
Die Möglichkeiten, den Kraftstoffverbrauch bei konventionellen Antrieben zu reduzieren, sind lange noch nicht erschöpft. Beim Ottomotor läßt sich der Wirkungsgrad durch schnellere Erwärmung des Motors, Mehrventiltechnik, kleinere Hubräume, Schaltsaugrohre, variable
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Seiffert ist VW-Vorstandsmitglied für Forschung und Entwicklung
Ventilsteuerzeiten, variable Verdichtung sowie
Abgasrückführung noch deutlich verbessern. Dazu gehört auch eine
optimierte Abstimmung von Motor und Getriebe. Ein Beispiel ist der
neue 1,05-l-
"burn"
-Motor beim Polo, der im Vergleich zu
seinem Vorgänger eine Kraftstoffverbrauchsreduzierung von 0,8 1/100 km
ermöglicht hat. Ein Polo mit Ottomotor, der weniger als 5 l/100 km
Kraftstoff verbraucht, ist für mich im Jahre 2000 vorstellbar,
natürlich bei gleichen Fahrleistungen wie sie heute üblich sind.
Beim Dieselmotor ist ein großer Schritt zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs der Einsatz der Direkteinspritzung, allerdings muß die Abgasgesetzgebung berücksichtigt werden. Schon heute verbraucht der Audi 100 Turbodiesel mit Direkteinspritzung nur 5,7 l/100 km Kraftstoff im Drittelmix, d. h. gemittelt für Stadt, Landstraße, Autobahn. Eine weitere deutliche Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen, besonders bei Dieselmotoren, läßt sich durch den Einsatz einer Schwungnutzautomatik - die den Motor zeitweise abschaltet - erreichen. Mit dem zur Zeit in Erprobung befindlichen Öko-Golf, ein Fahrzeug mit Schwungnutzautomatik und Dieselmotor mit Katalsysator, lassen sich beim optimalen Einsatz des Systems in der Stadt Kraftstoffverbrauchsmessungen von bis zu 22% erreichen.
Die Zielsetzung, durch technische Maßnahmen über längere Zeit eine Kraftstoffverbrauchsreduzierung von 2% pro Jahr für neu in den Verkehr kommende Fahrzeuge zu erreichen, erscheint daher möglich.
Der zweite Komplex, das Vermeiden von unnötigen Fahrten, erfordert eine konzertierte Aktion aller am Straßenverkehr Beteiligten: Bundes- und Landesregierung, Kommunen, Verkehrsplaner, Automobil- und Elektronikindustrie. Die Möglichkeiten der Stauwarnung, der Stauvermeidung (Beispiel ist das Projekt im Frankfurter Raum), dem Hinführen zu freien Parkplätzen und der Leitung der Verkehrsströme sind technisch vorhanden. Sie müssen jetzt umgesetzt werden.
Dies gilt auch für den dritten Komplex, der Verbesserung von Verkehrssystemen, d. h. der Reorganisation des gesamten Verkehrsablaufes. Auch hier gibt es zahlreiche Vorschläge, die zum Teil intensiv diskutiert und zum Teil in ersten Projekten erprobt werden. Dazu seien einige Beispiele genannt: Die Beförderung von Gütern könnte noch verstärkt auf die Schiene verlagert werden; das bedeutet auch neue Logistiksysteme. Der Berufsverkehr in die Städte hinein könnte dadurch verbessert werden, daß vor der Stadt die Fahrzeuge geparkt werden und die in der Stadt Arbeitenden mit speziellen Bussen morgens in die Stadt und abends aus der Stadt heraus transportiert werden. Das Parken in der Stadt kann durch entsprechende Informationssysteme und neue Parkhäuser wesentlich verbessert werden. Auch die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Nahverkehrsmittel kann noch gesteigert werden. Da das Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung weiterhin steigt, sind große Anstrengungen auf allen Gebieten der öffentlichen Nahverkehrsmittel notwendig.
Beim Einsatz von alternativen Energien für das Automobil, dem vierten Komplex, ist es außerordentlich wichtig, daß die gesamte Energiekette von der Herstellung bzw. Förderung, über die Wandlung der Energie bis hin zum Einsatz im Fahrzeug analysiert wird. Als Ersatz von Otto- und Dieselkraftstoffe werden untersucht: alkoholische Kraftstoffe wie Ethanol oder Methanol, Rapsöl als Beimischung zum Dieselkraftstoff und Wasserstoff. Als technisch gelöst kann der Einsatz von
Ethanol und Methanol im Fahrzeug angesehen werden. Bei der Herstellung von
Ethanol ist die ökologische Bilanz nicht unkritisch, z. B. Monokultur beim Pflanzenanbau. Methanol kann aus verschiedenen Quellen gewonnen werden. In den USA - und hier speziell in Kalifornien - ist dieser Kraftstoff als Alternative ernsthaft im Gespräch.
Der elektrische Antrieb hat seine besonderen Vorteile am Ort des Einsatzes, Geräuschvorteile beim Anfahren und Beschleunigen sowie sehr geringe Emissionen. Bezogen auf seinen Gesamtenergieverbrauch unter Berücksichtigung der Energieketten von der Primärenergie bis zum Verbraucher, ergibt das Elektromobil keine Vorteile, es sei denn, die Herstellung von Elektrizität erfolgt mit Wasser-, Wind-, Solar-, Atom- oder Gezeitenkraftwerken.
Der Einsatz der Elektrofahrzeuge als Elektrohybrid (Antrieb wahlweise durch Diesel- oder Elektromotor) oder als reines Elektrofahrzeug in der Stadt erfordert nicht nur eine Lösung der fahrzeugseitigen technischen Probleme, sondern auch die der Energieherstellung. Dies gilt in noch größerem Maße für den Einsatz von Waserstoff. Auch hier müssen die Probleme der Herstellung des Wasserstoffs, seiner Verteilung, der Betankung und des Mitführens im Fahrzeug gelöst werden, bevor wir wasserstoffbetriebene Fahrzeuge in größerer Anzahl auf den Straßen sehen werden.
Die technischen Möglichkeiten zum Ersatz des Erdöls müssen trotz der noch vorhandenen Probleme intensiv weiterentwickelt werden, um einen positiven Beitrag zur Verringerung der Kohlendioxidemissionen leisten zu können.
Das Bemühen um eine breitere Basis brachte den Württembergischen Ingenieurverein vor hundert Jahren dazu, am gerade aufstrebenden Industriestandort Reutlingen eine Bezirksgruppe zu gründen. Heute ist sie mit mehr als 1300 Mitgliedern die größte innerhalb des VDI.
, schildert Prof. Helmut Seitz die
Geburtsstunde der Bezirksgruppe vor hundert Jahren:
E
s waren im Grunde nur Fabrikanten, die sich in
Reutlingen zusammenfanden"
"So
demokratisch Reutlingen in politischer Beziehung war, so konservativ
war das gesellschaftliche Leben."
Angestellte oder Techniker
beispielsweise, ruft der heutige Leiter der Bezirksgruppe die
Pionierzeit ins Gedächtnis zurück, waren zunächst überhaupt nicht
vertreten. Das blieb freilich nicht ohne Folgen auf die
Mitgliederzahlen. Die Vereinsversammlungen bestritten damals gerade
mal zwei Dutzend Teilnehmer.
Am 5. Dezember 1890 benannten zehn Herren im Hotel Kronprinz ihren Zusammenschluß - es war übrigens zugleich die erste VDI-Bezirksgruppe in ganz Deutschland - nach dem munteren Flüßchen Echatz, das die herbe Landschaft am Fuß der Schwäbischen Alb und auch die Stadt durcheilt. Heute stellen die mehr als 1300 Mitglieder die größte von allen Bezirksgruppen. Auch der Name hat sich geändert, vor etwa zwanzig Jahren mußte die Region Echatz zugunsten des weiteren Raumes Alb-Neckar weichen. Zwar liegt das Schwergewicht nach wie vor im Reutlinger Umland. Das Einzugsgebiet aber erstreckt sich heute von Wendlingen bis Haigerloch, von Ammerbuch bis Kirchheim/ Teck; wenngleich sich die industriestarken Standorte im nördlichen Bereich doch schon stark gen Stuttgart orientieren.
Im letzten Jahrhundert allerdings, da lag die Schwabenmetropole eher etwas außerhalb des Blickfeldes. Diesem eigentlich widrigen Umstand freilich verdankt die Bezirksgruppe letztlich sogar ihr Bestehen. Der Württembergische Ingenieurverein nämlich - er wurde 1877 von den VDI-Mitgliedern Württembergs in Stuttgart gegründet - wollte damals seine Arbeit auf eine breitere Basis stellen. Als Konzept dachte man an eine regionale Gliederung, und die erste Zweigstelle sollte in Reutlingen eingerichtet werden. Der Plan wurde übrigens direkt vor Ort geschmiedet, als die württembergischen Ingenieure im Juni 1890 gleichsam eine Exkursion in die alte Reichsstadt an der Echaz durchführten.
Zu etwa der gleichen Zeit begann aber auch die Industriegeschichte jenes Landstrichs, der nicht unbedingt zu den von der Natur verwöhnten Gegenden im deutschen Südwesten gehörte. Arm an Rohstoffen, suchten die Menschen mit Erfolg ihr Heil in der Veredelung von Produkten. Nach der Eröffnung einer Eisenbahnlinie von Plochingen, das war 1859, entwickelten sich auch die wichtigen Branchen Maschinen-, Papier- und Lederindustrie. Und, natürlich, vor allem die Textilindustrie, die manches wichtige Kapitel in der Wirtschaftsgeschichte der Region schrieb; die dazu beitrug, daß der Name der Stadt weit über die Mauern hinaus bekannt wurde.
"Wenn dann in der ersten 1824 erschienenen Auflage dieses
Werkes gesagt wird"
, freut sich der Chronist in der Beschreibung
des Oberamts Reutlingen von 1893,
"daß Reutlingen eigentliche
Fabriken nicht besitze, so hat sich dies gründlich geändert."
Die
Zeichen des Fortschritts erschienen den Bürgern ganz offensichtlich
als Sehenswürdigkeiten. Jedenfalls zeigen Ansichtskarten und
Sammelbilder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts neben romantischen
Darstellungen von Schloß Lichtenstein und Tropfsteinhöhlen eben immer
wieder auch: die Finckhsche Spinnerey, die Braunsche Papierfabrik, G.
Werner's Anstalt - wo Wilhelm Maybach groß wurde, von wo er dann mit
Gottlieb Daimler nach Karlsruhe ging.
"Es gibt wenig Orte im Königreich, wo eine solche
Gewerbsthätigkeit herrscht, wie in Reutlingen"
, urteilte noch
die eben erwähnte erste Oberamtsbeschreibung von 1824 und spendete
sehr pragmatisch Trost,
"zwar findet man wenig oder gar keine
Fabriken, aber ganz Reutlingen ist eine Fabrik."
Danach ging es
Schlag auf Schlag, wie auch die Daten einer kleinen Ausstellung
zeigen. Mit der die Bezirksgruppe die Zeit ihres Entstehens noch
einmal in die Gegenwart herüberholte. Papier und Textil spielen
wichtige Rollen. So entwickelte sich Reutlingen zu einem Schwerpunkt
der europäischen Produktion von Bespannungen für Papiermaschinen.
Die Maschinen trugen den Aufstieg freilich nicht allein. Kräftigen
Anteil hatten auch jene Industrien, denen sie als Ausrüster dienen.
Und da stößt man in Reutlingen eben immer wieder ziemlich rasch auf
die Textilindustrie. Die Region brachte auf dem Gebiet nicht nur eine
ganze Reihe bedeutender Unternehmen hervor, sie kann hier auch auf
eine lange schulische Bildungstradition zurückblicken. Seit vielen
Jahrzehnten ist auch der Arbeitskreis Textil und Bekleidung des
Württembergischen Ingenieurvereins rührig,
"der wegen der
vorhandenen Institutionen sich hier niedergelassen hat und nicht in
Stuttgart"
, erklärt Seitz.
"Gerade beim Textil sind wir sehr dahinter her, junge Leute zu
werben"
, erzählt Bernd Mammel, der den Arbeitskreis leitet. Die
Voraussetzungen dafür scheinen auch ganz gut, immerhin ist Reutlingen
ein wichtiges Zentrum textiler Ausbildung. Die praktische Arbeit
richtet sich vor allem an die Fachkollegen, mit denen man sich auf
Tagungen austauscht, für die man Vortragsveranstaltungen organisiert.
"Die lassen keinen mehr rein"
, antwortet Mammel auf die
Frage nach den Betriebsbesichtigungen im textilen Bereich.
Wie schon am 24. November in Magdeburg war auch während
des dritten VDI- Informarktes im Kulturhaus der Schiffswerft Neptun in
Rostock das Interesse an Vorträgen zu den Themen
"Bewerbung"
und
"Selbständigkeit"
für die Ingenieure aus den neuen
Bundesländern besonders groß.
Ernst Heilgenthal, Geschäftsführer der Kienbaum Personalberatung in Gummersbach, beschrieb mit der notwendiger Offenheit die Arbeitsmarktsituation im wiedervereinigten Deutschland. Jürgen Zwanzig wies engagiert den Weg in die berufliche Selbständigkeit. Während dieser Vorträge entwickelte sich ein intensives Gespräch mit dem Publikum, in dem immer wieder die existentielle Bedrohung der Ingenieure deutlich wurde: Was passiert, wenn ich arbeitslos werde? - Bin ich, über fünfzigjährig, noch zu vermitteln? Fragen, auf die weder die Mitarbeiter des VDI noch die westdeutschen Fachleute eine verbindliche Antwort geben konnten.
Eine Möglichkeit, gegen die eigene Hilfslosigkeit anzuarbeiten,
zeigte Dr. Günther Diekhöner von der PM-Produktentwicklung
Methodikberatung, Bremen, mit seinem Vortrag
"Marktorientierte
Produktentwicklung"
auf. Diese Möglichkeit zwingt den Ingenieur
aus der ehemaligen DDR allerdings zu grundsätzlichem Umdenken, denn
die persönliche Aufgabe jedes einzelnen in einem Industrieunternehmen
muß die gemeinsam erarbeitete, technologisch und finanziell
marktorientierte, optimale Produktentwicklung sein. Folge dieser
Arbeitsweise ist nicht Rationalisierung in Form von Stellenabbau,
sondern Rationalisierung des Produktionsprozesses.
Systematisch erarbeitete Informationsspeicher helfen, den
konstruktiven Lösungsprozeß überschaubar zu machen. Dies führt zu
einer verkürzten Entwicklungszeit und einer erheblichen
Kostenersparnis in den eigenen Aufwendungen. Der Zeitaufwand für die
"Routinearbeiten"
des Ingenieurs kann durch deren klare
Strukturierung und Straffung erheblich gekürzt werden. Dadurch bleibt
dem Konstrukteur mehr Freiraum für seine eigentliche Tätigkeit.So kann
ungleich mehr kreatives Potential für die Konstruktion freigesetzt
werden, was letztendlich zu einem ausgereifterem, den Bedürfnissen des
Marktes entsprechenden Produkt führt. Unentbehrliche Voraussetzung
dieser Arbeitsstruktur sind
"Können"
,
"Wissen"
und
"Wollen"
, Eigenschaften, über die Ingenieure in den neuen
Bundesländern sicherlich verfügen. Nur darin liegt ihre Chance.
Aachener Bezirksverein
"Stand der Technik bei der Einbindung von
Funkenerosionsanlagen in ein CIM-Konzept"
, VDI-AK
Produktionstechnik (ADB)/RWTH, Laboratorium für Werkzeugmaschinen und
Betriebslehre (WZL) und Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie
(IPT), Dr. IR D. Dauw
17. 12., 11.15 Uhr:
Aachen,
RWTH, Hörsaal des Fraunhofer Institutes für Produktionstechnologie,
Steinbachstraße 17, Raum 100. -
"Sicherheitsgeräte zum Arbeiten in E-Anlagen"
, VDI-AK
Arbeitssicherheit und Umweltschutz, Dipl.- Ing. H. W. Jakubeit,
17. 12., 18.00 Uhr:
Aachen, Restaurant Sandhäuschen,
Laurentiusstraße 60. -
"Auslandsbau"
(mit Film), VDI-AK Bautechnik/ RWTH, Uni-Prof.
Dr.-Ing. R. Seeling.
19. 12., 14.15 Uhr,
Aachen,
RWTH, Bauing.-Sammelbau, Mies- van-der-Rohe-Straße 1, Hörsaal I.
Augsburger Bezirksverein
"NC-Programmierung unter Verwendung von CAD-Daten"
, VDI/FH Kempten/REFA Kempten, Dipl.-Ing. Imhof.
18.
12., 19.00 Uhr:
Kempten, FH (neues Maschinenbaugebäude),
Bahnhofstraße 61.
Berliner Bezirksverein
"Entwicklungstendenzen bei Nutzfahrzeugmotoren für
alternative Kraftstoffe"
, VDI-AK Energietechnik, Dr.-Ing. C.
Havenith.
20. 12., 18.00 Uhr:
Berlin 12, TU,
Hauptgebäude, Straße des 17. Juni 135, Hörsaal H 106.
Bezirksverein Frankfurt-Darmstadt
"Aspekte der Wiederverarbeitung von chlorhaltigen
Kunststoffen"
, VDI-AK Umwelttechnik, Prof. Dr.-Ing. G. Mennig.
17. 12., 18.00 Uhr:
Frankfurt,
VDI-BV-Geschäftsstelle, Bahnhof Sportfeld, Flughafenstraße 104.
Hamburger Bezirksverein
"Beispiele neuerer dänischer Architektur"
(mit
Lichtbildern), VDI-AK Bautechnik, Dipl.-Ing. J. U. Zipelius. 20. 12.,
18.00 Uhr: Hamburg, FH (Altbau), Berliner Tor, Raum 422.
Hannoverscher Bezirksverein
"Begegnung mit Thailand"
(Tonbildschau), W.
Ernst.
18. 12., 18.00 Uhr:
Hannover, FH, Ricklinger
Stadtweg 120, Großer Hörsaal.
Karlsruher Bezirksverein
"Planung und Bau des neuen Eichelbergaufstiegs"
, VDI-AK Bautechnik, Baudir. Denzer.
18. 12., 19.15 Uhr:
Karlsruhe, LGA, Meidingersaal.
Kölner Bezirksverein
"Geschichte des technischen Spielzeugs"
, VDI-AK
Technikgeschichte, Dr. Lindner.
18. 12., 17.30 Uhr:
Köln-Deutz, FH, Betzdorfer Straße 2, Hörsaal 2.
Bezirksverein München, Ober- und Niederbayern
"Das Zerstäuben als Grundverfahren. Ein Auszug aus
den vielseitigen Anwendungen und meßtechnischen Aufgabenstellungen"
, VDI-AK Verfahrenstechnik/TU, Prof. Dr. K. Bauckhage.
17. 12., 16.15 Uhr:
München, TU, Luisenstraße, Eingang 9,
Seminarraum 0406.
Am 27. 11. 1990 verstarb Prof. Dr.- Ing.
Hans Schlachter
, Mitglied des Vorstandes der Hoechst AG. i.
R., im Alter von 66 Jahren. Nach dem Besuch der Oberschule in
Bitterfeld studierte Hans Schlachter Maschinenbau an der Technischen
Hochschule München, wo er 1952 zum Dr.-Ing. promovierte. Im gleichen
Jahr begann er seine berufliche Laufbahn im Werk Bobingen der Hoechst
AG, wo er bis 1960 u.a. an der Entwicklung der
"Trevira"
-Kunstfasern mitwirkte. 1960 wechselte er zur Kalle AG, deren Vorstand
er von 1966 bis 1974 angehörte. Ab 1968 war Schlachter gleichzeitig
Direktor und Chef-Ingenieur der Farbwerke
Hoechst AG und wurde 1976 zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Hoechst Aktiengesellschaft berufen. Neben seinen beruflichen Hauptaufgaben hatte er mehrere Aufsichtsratsmandate und hohe Ehrenämter in zahlreichen Verbänden und Institutionen inne. 1982 ernannte ihn die Technische Hochschule Darmstadt zum Honorarprofessor. Hans Schlachters wissenschaftlich-technische Begabung, seine Fähigkeiten und seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, machten ihn zu einer in weiten Kreisen von Wirtschaft und Fachwelt geschätzten Persönlichkeit. Der technisch-wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit war er als Mitglied des Beirates, Vorstandsmitglied und Vorsitzender (1979 bis 1986) der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen über viele Jahre verbunden. In Würdigung der hervorragenden Leistungen, die Hans Schlachter als verantwortlicher Leiter der gesamten Technik eines großen Unternehmens der Chemischen Industrie bei Bau und Betrieb chemischer Produktionsanlagen erbracht hat, verlieh ihm der Verein Deutscher Ingenieure 1987 die Grashof-Denkmünze des VDI. Diese höchste Auszeichnung des VDI galt dabei vor allem seinem engagierten Einsatz für die Sicherheit technischer Anlagen, für sparsamen Energieverbrauch und die Ausstattung chemischer Produktionsanlagen mit umweltschützenden Einrichtungen.
Im 61. Lebensjahr verstarb Dr.-Ing.
Günther Donath,
Kissing. Der Verstorbene war seit vielen
Jahren im Fachbereich Schwingungstechnik der VDI-Gesellschaft
Entwicklung Konstruktion Vertrieb tätig. Unter seiner Obmannschaft
entstand die Richtlinie VDI 2063
"Messung und Beurteilung
mechanischer Schwingungen von Hubkolbenmotoren und -kompressoren"
. Die Richtlinie dient inzwischen auch als Basis für die regelgebende
Arbeit anderer Organisationen, wie Lloyds Register, Germanischer Lloyd
und ISO. Sein großes Fachwissen gab Günther Donath in einer Anzahl von
Veröffentlichungen und Vorträgen weiter.
In Dresden wurde der erste regionale Arbeitskreis des
VDI-Zentrums Wertanalyse (ZWA) auf dem Gebiet der ehemaligen DDR
gegründet: der
"ZWA- Kreis Dresden"
.
Aufgaben dieses Arbeitskreises sind die Gewinnung von
Wertanalyse-Interessenten, Verbreitung der Wertanalyse im regionalen
Einzugsgebiet dieses Kreises und die Organisation des
Erfahrungsaustausches auf regionaler Ebene. Der neue Arbeitskreis
wirkt mit in den zentralen Ausschüssen des VDI-Zentrums Wertanalyse
und führt in Zusammenarbeit mit diesem Zentrum
Informationsveranstaltungen und Ausbildungsseminare durch. Weitere
Arbeitsschwerpunkte sind die Unterstützung beim Aufbau weiterer
ZWA-Kreise in Ostdeutschland sowie die Kontaktpflege zu allen
osteuropäischen Wertanalyse-Vereinigungen. Weitere ZWA-Kreise werden
demnächst in Berlin/Brandenburg und Jena gegründet. Interessenten, die
in diesen Arbeitskreisen mitarbeiten möchten, melden sich beim
VDI-Zentrum Wertanalyse, Postfach 1139, 4000 Düsseldorf 1.
Unter dem Motto
"Elastomere und Umwelt"
findet am 5. und 6. Februar 1991 in Braunschweig die
Elastomer-Jahrestagung der VDI-Gesellschaft Kunststofftechnik statt.
Wirtschaftswachstum bei gleichzeitiger Minimierung der Umweltbelastung
wird in den 90er Jahren zur zentralen Forderung an die technische
Innovationsfähigkeit. Die Verringerung der produktionsbedingten
Emissionen und der verantwortungsbewußte Umgang mit der
Entsorgungsproblematik sind deshalb von größter Aktualität. Im
Vordergrund der industriellen Produktion sollte zukünftig eine
ganzheitliche Betrachtung stehen. Der Produktionsprozeß sollte so
gestaltet werden, daß Emissionen und Immissionen, Abfall und Ausschuß
gering gehalten werden. Die Rücknahme und Wiederverwertung der
gebrauchten Produkte gewinnt immer mehr an Bedeutung; hier greift der
gezielte Einsatz von Recyclingverfahren. Die Fachtagung stellt diese
Problematik dar und bietet anhand von Beispielen aus der Praxis
Lösungen an. Am Beispiel des Elastomereinsatzes im Automobil soll
eine ganzheitliche Betrachtung dargestellt werden. Ausführliches
Programm über die VDI-Gesellschaft Kunststofftechnik (VDI-K), Postfach
1139, 4000 Düsseldorf 1, Tel.: 0211/
6214-527/514, Fax: 0211/6214-575.
ÖÇ Auf der Fachtagung
"Mischen von Kunststoff-
und Kautschukprodukten"
der VDI-Gesellschaft
Kunststofftechnik vom 5. bis 7. 3. 91 in Brugg/Windisch, Schweiz,
werden die Mischoperationen nach dem neuesten Stand von Technik und
Wissenschaft behandelt und durch Kurzfilme sowie Übungsbeispiele
erläutert. Die Vorträge und Diskussionen sollen den in der
Kunststoff-, Kautschuk- und Chemieindustrie tätigen Fachleuten helfen,
die Mischer zu dimensionieren und optimieren, die Produktqualität
vorauszuberechnen und eigene Versuchsdaten auszuwerten. Das
Tagungsprogramm bietet den Teilnehmern Gelegenheit zur Diskussion mit
Fachkollegen, damit auch Probleme aus der Praxis erörtert werden
können. Ausführliches Programm über die VDI-Gesellschaft
Kunststofftechnik (VDI-K), Postfach 1139, 4000 Düsseldorf 1, Tel.:
0211/6214-527/514, Fax: 0211/6214-575.#N
Am 4. und 5. Juni 1991 findet in Essen unter der
wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. techn. Pischinger die
Tagung
"Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen"
statt. Fachlicher Träger der Veranstaltung ist die VDI-Gesellschaft
Energietechnik. Die VDI-GET bietet auf dieser Konferenz - anhand von
Anlagenbeispielen - Erfahrungsberichte von Blockheizkraftwerken und
Wärmpepumpen mit Verbrennungsmotoren und Gasturbinen an. Ebenso
ausführlich werden, ausgehend von den nationalen Rahmenbedingungen,
die BHKW- und Wärmepumpen-Erfahrungen des Partnerlandes Japan
abgehandelt. Als dritte Themengruppe werden Umweltaspekte der BHKW-
und Wärmepumpen-Technik unter besonderer Berücksichtigung des
Treibhauseffektes angesprochen. Eine fachbegleitende Ausstellung
unterstreicht den Bezug zur Praxis. Tagungsprogramme und
Anmeldeformular über die VDI-Gesellschaft Energietechnik (VDI-GET),
Postfach 1139, 4000 Düsseldorf 1, Tel.: 0211/6214-414.
Alle Jahre wieder in der Vorweihnachtszeit stellen japanische Unternehmen ihre Findigkeit unter Beweis: Es gilt, den nahezu unersättlichen Spieltrieb der Töchter und Söhne Nippons zu befriedigen.
E
lektronische Neuheiten für Erwachsene - das ist ein
Thema, das jedes Jahr im Herbst in Japan vielfältige Blüten treibt.
Dabei gibt es in manchen Jahren Schwerpunkte, so etwa 1989, als
besonders viele elektronische Neuheiten mit medizinischem Einschlag
auf den Markt kamen. Auch in diesem Jahr deuten die Neuerscheinungen
der zurückliegenden Wochen wieder auf einen Schwerpunkt hin. Dieses
Mal geht es allerdings nicht um die Gesundheit, sondern um
Fremdsprachen.
Taschenrechner mit Fremdsprachen- Kenntnissen sind derzeit einfach
"in"
. Das fängt - von der Leistung her - ganz klein an und
hört ganz groß auf. Die kleinsten Rechner lassen es über bestimmte
Tastenkombinationen zu, einen begrenzten japanischen Wortschatz ins
Englisch zu übertragen - und natürlich auch umgekehrt. Die etwas
größeren Geräte haben einen schnell wachsenden Wortschatz. Das
Maximum dürfte ein Gerät mit 83 000 integrierten Worten sein.
Wer sich erst einmal an die synthetische Stimme gewöhnt hat, findet diese Geräte vielfach recht nützlich. Wie groß die Nachfrage in Japan ist, zeigt sich schon allein daran, daß es diese Geräte nicht nur für Japanisch/Englisch, sondern inzwischen auch für eine Vielzahl anderer, überwiegend europäischer, Sprachen gibt.
Auch die sprachbegabten kleinen Elektronikartikel sind Ausdruck eines gnadenlosen Konkurrenzkampfes unter den ostasiatischen Industrieländern. Dabei schnitte Japan auf Grund seines hohen Lohnniveaus und der hohen Kosten für Grund und Boden wohl grundsätzlich schlecht im Wettbewerb ab, wenn es den findigen japanischen Ingenieuren nicht immer wieder gelänge, zusätzliche Funktionen in die Maschinchen hinzupacken.
Außerdem bringen japanischen Firmen derlei Neuigkeiten fast regelmäßig so schnell auf den Markt, daß Konkurrenten wie China, Korea, Hongkong und Taiwan fast immer das Nachsehen haben. Meistens wird in einer kleinen Arbeitsgruppe mit kurzen hierarchischen Wegen die Entscheidung über die Verwirklichung eines Produktes vorbereitet und häufig auch gefällt. Die Produktion spielt im Regelfall bereitwilligst mit, wenn es schließlich darum geht, das neue Produkt auch tatsächlich schnell und in großen Stückzahlen herzustellen.
Elektronische Neuigkeiten gibt es allerdings nicht nur bei den immer schlaueren Taschenrechnern. Modisch bemerkbar machen sich die knallbunten, baukastenartig aufgemachten Unterhaltungselektronikprodukte, anfänglich für Kinder gedacht, begeistern sie inzwisachen auch nicht mehr ganz so junge.
Zu den Neuheiten dieses Herbstes gehören dabei Geräte, die etwas größer als der Standardtaschenrechner sind und mit einer Hand gehalten und zugleich bedient werden. Mit Druck eines der bis zu zehn Knöpfe läßt sich in Kombination mit einem Lautsprecher Händeklatschen, ein Rumbarhythmus, Trommeln, Wellenschlagen oder Windgeräusche erzeugen.
Zur Befriedigung des Spieltriebs gibt es in der gleichen Größe und mit vergleichbarer Bedienung auch Geräte, die auf dem Golfplatz das Ergebnis jeden Schlags aufzuzeichnen vermögen. Auch das ist zur Zeit im golfbegeisterten Japan spürbar gefragt.
Doch auch im Land der aufgehenden Sonne gibt es viele Menschen, die statt sich zu bewegen, lieber den bunten Bildern zusehen. Kleinstfernsehgeräte sind zwar im Prinzip nichts Neues. Aber erst in diesem Jahr scheinen sie in Japan den echten Durchbruch zu erleben. Dabei sind Farbechtheit und scharfe Bilder Trumpf. Die ersten dieser Geräte - in Verbindung mit kleinen Kopfhörern - tauchen bereits in den Vorortzügen auf, die Millionen Japaner tagein tagaus zwischen Wohnort und Arbeitsplatz hin- und herbewegen. Und auch im Auto taucht schon so manches dieser Kleinstgeräte auf. Dabei ist die Benutzung für den Fahrer während der Fahrt zwangsläufig von den Verkehrsbehörden untersagt. Tatsächlich halten sich aber vor allem jene, die tief im Stau stecken, nicht sonderlich strikt an dieser Vorschrift.
Für 1991 rechnen viele japanische Elektronikunternehmen mit dem Kleinstrekorder, der es erlaubt, Videofilme auch in der U-Bahn, im Auto oder am Arbeitsplatz in der Mittagspause anzuschauen.
Mehrere Firmen bereiten bereits die Herausgabe von Videofilm-Kurzprogrammen gestaffelt nach der üblichen Fahrtdauer auf wichtigen S-Bahnstrecken vor. Diese Kassetten sollen in Zahlung gegeben werden können. Wer also morgens eine 30-, 45- oder 60-(Spielzeit)-Minuten- Kassette kauft und während der Fahrt an den Arbeitsplatz anschaut, der kann diese Kassette abends bei Kauf einer neuen in Zahlung geben. Von dieser sich bereits abzeichnenden Produktneuheit versprechen sich viele japanische Unternehmen ein beträchtliches neues Geschäft.
Vor zwei Jahren sah es einmal so aus, als ob Japans ostasiatische Nachbarstaaten mit eigenen Neuentwicklungen elektronischer Kleingeräte im kaufkräftigen Japan zum Zuge kämen. Vorübergehend verkauften sie auch beträchtliche Stückzahlen. Dieser kleine Boom hat allerdings nicht angehalten. Zu häufig hat es Pannen mit der Produktqualität gegeben, die die anspruchsvollen japanischen Käufer abschrecken.
Heute verkaufen sich nur dann Produkte aus den Nachbarstaaten
leicht auf dem japanischen Markt, wenn sie erstens durch die
Qualitätskontrolle eines der großen japanischen Häuser gegangen sind
und zweitens dessen Namen tragen. Dann macht auch der klare Hinweis
"Made in China"
nichts mehr aus.